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Wenn es „zäh“ wird, fängt das Training an: Der Over/Under-Check

Nach den harten VO2max-Intervallen am Dienstag stand heute die nächste Reifeprüfung für meine neue FTP von 248 Watt an: 3 x 10 Minuten Over/Under.

Ich bin ehrlich: Heute war es ein echter Kampf. Die Beine waren vom Dienstag noch gezeichnet, und auf Zwift fühlte sich jede Minute im „Over“-Bereich (105 % FTP) doppelt so lang an. Aber genau dieser Kampf ist es, der am Ende den Unterschied macht, wenn man am 7. Juni die Kehren zum Großglockner hochdrückt.

Die nackte Wahrheit: 5,3 mmol/l Laktat

Warum sind Over/Unders so „zäh“? Weil wir dem Körper keine Pause gönnen. In der „Under“-Phase (95 % FTP) sinkt die Belastung zwar leicht, aber sie bleibt hoch genug, dass der Körper gezwungen wird, das produzierte Laktat aktiv während der Fahrt zu verarbeiten.

Mein Wert nach dem dritten Block: 5,3 mmol/l.

Was mir dieser Wert sagt:

  1. Die FTP sitzt: Wären die 248 Watt zu hoch gegriffen, wäre ich nach 30 Minuten Belastung jenseits der 8 oder 9 mmol/l gelandet und hätte das Training wahrscheinlich abgebrochen.

  2. Kontrollierter Stress: 5,3 mmol/l zeigen, dass ich mich genau an der Grenze bewege. Mein System brennt, aber es „explodiert“ nicht. Das ist genau der Bereich, in dem man seine Schwelle nach oben verschiebt.

Das Highlight: Die „Laktat-Waschstraße“

Das eigentlich Beeindruckende passierte aber nach dem Training. Ich bin 10 Minuten ganz locker ausgerollt und habe dann erneut gemessen.

  • Laktat nach Belastung: 5,3 mmol/l

  • Laktat nach 10 Min. Cooldown: 1,9 mmol/l

Das ist eine massive Clearance-Rate! Dass mein Körper fast den gesamten Laktatberg in nur 10 Minuten abträgt und nahezu wieder auf den Basiswert von Sonntag (1,3–1,7 mmol/l) zurückkehrt, ist mein größter Trumpf für die kommenden Rennen.

Für meine Ziele in Eschborn und am Glockner bedeutet das: Ich kann Attacken mitgehen oder steile Rampen wegdrücken und mich danach in der Abfahrt oder im Flachen extrem schnell wieder „sauber fahren“.

Fazit: Stolz auf den „Dirty Win“

Es gibt Tage, da fliegt man über die Pedale. Und es gibt Tage wie heute, da ist es ein reiner Arbeitssieg. Aber gerade diese Einheiten, bei denen man sich durchbeißt, sind mental Gold wert.

Die Daten bestätigen: Der Motor läuft, das Recycling funktioniert und die 248 Watt sind meine neue, felsenfeste Basis. Jetzt geht es in die verdiente Regeneration, damit die Superkompensation greifen kann.

Wie geht ihr mit Tagen um, an denen es sich zäh anfühlt? Durchziehen oder Intensität rausnehmen? Schreibt es mir in die Kommentare!

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